Auf dem Territorium der tschechischen Hauptstadt sind zahlreiche sakrale Baudenkmäler erhalten geblieben, die nicht nur verschiedenen Stilrichtungen, sondern auch unterschiedlichen Konfessionen zugeordnet werden können. Bekanntester Sakralbau und zugleich charakteristische Dominante Prags ist die Kathedrale der hll. Veit, Wenzel und Adalbert. Ihre Errichtung wurde von Kaiser Karl IV. im Zusammenhang mit der Erhebung des Prager Bistums zum Erzbistum initiiert, mit dem Bau wurde an einer Stelle begonnen, an der früher zwei andere Gotteshäuser standen. Als Baumeister der künftigen Hauptkirche des Königreichs Böhmen, einer gotischen Kathedrale französischen Typs, wurde der Architekt Matthias von Arras berufen, nach seinem Tode übernahm den großangelegten Bau der ebenso renommierte Baumeister Peter Parler aus Gmünd. Am Anfang des 15. Jahrhunderts mussten die Bauarbeiten für lange Zeit abgebrochen werden. Zu ihrer Wiederaufnahme kam es dank der Vereinigung zur Bauvollendung des St.-Veits-Domes zu Prag erst fast 600 Jahre nach der Grundsteinlegung. Am Tag der 1000. Wiederkehr der Ermordung des hl. Wenzels, an dem 28. September 1929, fand die feierliche Einweihung der Kathedrale statt. - In der St.-Wenzels-Kapelle, dem bedeutendsten Sakralraum der Kathedrale, werden die böhmischen Krönungsinsignien aufbewahrt. Doch der St.-Veits-Dom galt seit jeher nicht nur als königliche Schatzkammer, sondern auch als Königsgruft. Aus diesem Grund sind dort viele beudeutende Gestalten sowohl der tschechischen als auch der europäischen Geschichte bestattet.
Als berühmtester Wallfahrtsort Prags und bekanntester Wallfahrtsort ganz Böhmens gilt die frühbarocke Kirche der Siegreichen Jungfrau Maria in der Karmelitenstraße auf der Prager Kleinseite. Im Interieur der Kirche befindet sich eine relativ kleine Statuette aus Wachs, die das Jesuskind darstellt und weltweit als das Prager Jesulein bekannt ist. Die im Renaissancestil gehaltene Statuette wurde von der Adeligen Polyxena von Lobkowicz in Spanien erworben und den Prager Karmelitermönchen geschenkt. Seit 1628 befindet sie sich in einem silbernen Schrein auf dem rechten Seitenaltar. Das Jesulein ist in ein mit Stickereien reich verziertes Gewand gekleidet. Außerdem besitzt es viele weitere Gewänder, alle wehr wertvoll und in vielen Farben, als das wertvollstes gilt jenes „Kleidchen“, das die österreichische Kaiserin Maria Theresia eigenhändig für das Prager Jesulein gestickt hatte.
Das Benediktinerkloster von Prag-Břevnov, das Prämonstratenserkloster Strahov und das unweit der Prager Burg gelegene Kapuzinerkloster mit der Loreto-Kirche, einem barocken Glockenspiel und der Schatzkammer zählen zu den ältesten Prager Klöstern. Auch die aus dem 18. Jahrhundert stammende St.-Nikolaus-Kirche auf der Prager Kleinseite, ein imposanter hochbarocker Bau der Architekten Christoph Dientzenhofer und Kilian Ignaz Dientzenhofer, gehört ebenso wie der monumentale Barock-Komplex des Prager Klementinums, eines ehemaligen Jesuitenkollegs, dessen Bau fast zwei Jahrhunderte in Anpruch genommen hatte, und die Bethlehems-Kapelle, in der Magister Jan Hus vom Anfang des 15. Jahrhunderts an gepredigt hatte und die als Symbol der Hussitenbewegung und des tschechischen Protestantismus gilt, zu bedeutenden Sakralbauten der tschechischen Hauptstadt.
Zum Areal der Jüdischen Stadt von Prag gehören der Alte jüdische Friedhof, das jüdische Rathaus, der Zeremoniensaal und sechs Sanagogen - die Altneu-Synagoge, die Pinkas-Synagoge, die Maisel-Synagoge, die Spanische, die Klausen- und die Hohe Synagoge. Entstanden war die Prager Judenstadt bereits im 13. Jahrhundert, ihr heutiges Aussehen geht zum großen Teil auf die sogenannte große Assanierung von der Wende des 19. Jahrhunderts zurück, einen großangelegten Sanierungsumbau, dem nicht nur viele Häuser, sondern auch ganze Straßenzüge weichen mussten. Obwohl nur die bedeutendsten Baudenkmäler als Zeugen der viele Jahrhunderte währenden Geschichte der Prager Juden gerettet werden konnten, stellt die heutige Prager Jüdische Stadt den am besten erhaltenen Komplex jüdischer Denkmäler in Europa dar.


