Das Kloster von Kladruby wurde am Anfang des 12. Jahrhunderts vom böhmischen Fürsten Wladislav gegründet, das heutige Aussehen des Klosterareals stammt aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts. Bei der dominanten Klosterkirche handelt es sich um einen der drei größten Kathedralbauten in Böhmen, ihre heutige Gestaltung gilt als eine der beeindruckendsten Schöpfungen des Baumeisters Giovanni Blasius Santini-Aichel, dessen äußerst origineller Baustil, die Barock-Gotik, in die Architekturgeschichte einging. - Im 15. Jahrundert spielte das Kloster von Kladruby eine wichtige Rolle im Leben des erzbischöflichen Vikars Johann von Pomuk - des im 18. Jahrhundert heiliggesprochenen Johannes von Nepomuk, dessen Statue nach wie vor fast jede Brücke in Böhmen schmückt. Johann, der aus dem nahen Nepomuk stammte, verwickelte sich in machtpolitische Streitigkeiten zwischen dem Prager Erzbischof Jan von Jenštejn und dem böhmischen König Wenzel IV. Der König wollte die Macht des Prager Erzbischofs durch die Errichtung eines neuen Bistums, an das die Domäne Kladruby fallen sollte, schwächen. Er wartete den Tod des Abtes von Kladruby ab und ernannte an dessen Stelle einen seiner Anhänger. Doch die Gegenspieler des Königs vereitelten nach dem Tode des Abtes die Absicht des Herrschers durch eine schnelle Wahl eines neuen Abtes aus den eigenen Reihen, der Vikar Johann von Pomuk bestätigte die Wahl ohne jeden Verzug. Der Konflikt, der sich daraus entwickelte, führte den Erzbischof ins Exil und den Vikar auf die Folter und am Ende in die Moldau, in die der schon fast zu Tode Gefolterte von treuen Dienern seines Königs über das Geländer der Karlsbrücke geworfen wurde. -
Das Kloster von Kladruby zählt zu den ältesten Klöstern im Lande. Gegründet wurde es im Jahre 1114 vom Fürsten Wladislaus an einer Stelle, die, an der westlichen Grenze des böhmischen Staates gelegen, seit langer Zeit als Zentrum des Glaubens und der Kultur eine wichtige Rolle spielte und auch aus wirtschaftlicher Sicht von Bedeutung war. - Die dreischiffige romanische Basilika, die größte im damaligen Böhmen, wurde im Jahre 1233 vollendet. Dank ihren Abmessungen wird sie jedoch auch in unserer Zeit zu den drei größten tschechischen Kathedralen gerechnet. Das Kloster von Kladruby konnte sich im Laufe der Zeit nicht nur eines beträchtlichen Reichtums rühmen, sondern auch einen nicht zu unterschätzenden Einfluss gewinnen. Kaiser Karl IV. selbst nahm die Gastfreundschaft des Abtes von Kladruby gern entgegen.
Im Jahre 1421 gelang es den hussitischen Truppen unter dem Hautpmann Jan Žižka von Trocnov, das Kloster von Kladruby zu erobern. Die Mönche flohen nach Regensburg und nahmen zumindest ihr wertvollstes Hab und Gut mit. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die erneuerte Kirche aufs Neue geweiht. Doch der Aufschwung war nur von kurzer Dauer, und schon im Jahre 1590 wurde Kladruby von einem dermaßen verheerenden Großbrand heimgesucht, dass sämtliche Klostergebäude zu Asche wurden. Im Laufe des Dreißigjährigen Krieges wurde das Kloster zwar mehrmals belagert und geplündert, aber schon im Jahre 1653 wurde mit seiner Erneuerung begonnen - die Marienkirche wurde in Stand gesetzt, die sog. alte Prälatur errichtet und die Rekonstruktion der Konventgebäude abgeschlossen. Das heutige Aussehen des Klosterareals geht auf das erste Drittel des 18. Jahrhunderts zurück, in dessen Verlauf die Klosterkirche von dem Prager Architekten Giovanni Santini-Aichel im Stil der sogenannten Barockgotik umgestaltet wurde. Santini ließ die Türme der Kirche abreißen und an ihrer Stelle eine hohe Kuppel mit Laterne und einer goldenen Fürstenkrone - dem Symbol dafür, dass sich in der Kirche das Grab des Klostegründers, Fürst Wladislavs I., befindet - errichten. Nachdem der Aufbau der Klosterkirche im Jahre 1726 zu abgeschlossen werden konnte, konzentrierten sich die Aufbauarbeiten auf das neue Konvent und die neue Prälatur. Der Entwurf für diesen Teil der Umbaumaßnahmen stammte vermutlich von Kilian Ignaz Dientzenhofer. Der Bau ging im Jahre 1770 zu Ende, fünfzehn Jahre später wurde das Kloster im Zuge Josefinischer Reformen aufgelöst. Von da an beherbergten die Klostergebäude sukzessive ein Krankenhaus, eine Kaserne, ein Kriegsversehrtenheim und eine Brauerei. Im Jahre 1825 wurde die Domäne Kladruby vom Feldmarschall Alfred Windischgrätz ersteigert und blieb im Besitz seiner Nachkommen bis zum Jahre 1945, in dem sie an den Staat fiel. Dem Kloster Kladruby war eine der Hauptrolle im Drama über das qualvolle Lebensende des erzibischöflichen Vikars Johannes von Pomuk, des im 18. Jahrhunderts heiliggesprochenen Johannes von Nepomuk, der als der beliebteste böhmische Heilige gilt und dessen Skulptur heute fast jede Dorfbrücke in Böhmen schmückt, beschieden. Johann, der aus dem nahen Nepomuk stammte, verwickelte sich in machtpolitische Streitigkeiten zwischen dem Prager Erzbischof Jan von Jenštejn und dem böhmischen König Wenzel IV. Der König wollte die Macht des Prager Erzbischofs durch die Errichtung eines neuen Bistums, an das die Domäne Kladruby fallen sollte, schwächen. Er wartete den Tod des Abtes von Kladruby ab und ernannte an dessen Stelle einen von seinen bewährten Anhängern. Die Gegenspieler des Königs vereitelten jedoch nach dem Tode des Abtes die Absicht des Herrschers durch die Wahl eines neuen Abtes aus den eigenen Reihen. Der Vikar Johann von Pomuk bestätigte die Wahl ohne jeden Verzug. Der Konflikt, der daraus resultierte, führte den Erzbischof ins Exil und den Vikar auf die Folter und am Ende in die Moldau, in die der schon fast zu Tode Gefolterte von treuen Dienern seines Königs über das Geländer der Karlsbrücke geworfen wurde. - Heute beherbergt das Kloster Kladruby eine Exposition über die Geschichte des Benediktinerordens und ein Lapidarium mit Skulpturen des Barockbildhauers Matthias Bernhard Braun. Dank der Exposition kann man die schöne frühgotische Madonna von Kladruby bewundern. In der Klosterkirche finden Konzerte statt.


