Das romantische Schloss Lednice steht, von einem großen Naturpark umgeben, am Ufer der Thaya. Ursprünglich befand sich an dieser Stelle eine alte gotische Feste, die schon im Jahre 1222 urkundlich erwähnt, vom Markgrafen Przemysl dem Adelsgeschlecht Liechtenstein geschenkt wurde. Dessen Nachkommen lebten hier mit einer kleinen Unterbrechung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Im 16. Jahrhundert ließen die Liechtensteiner die alte Feste zu einem Schloss im Stil der Renaissance umbauen, am Ende des 17. Jahrhunderts vom namhaften österreichischen Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach im Barockstil neu gestalten. Das gegenwärtige Bild des Schlosses geht aber auf dessen neogotischen Umbau im Tudor-Stil zurück. In den Jahren 1846-1858 kamen auf diese Weise Umbaumaßnahmen zustande, denen ein Entwurf von Georg Wingelmüller zugrunde lag und bei denen das barocke Mauerwerk zwar zumeist erhalten geblieben ist, aber die bestehenden Objekte mit einer ganzen Reihe von Anbauten erweitert und mit neuen Elementen wie Zinnen, Balkons, Erkern, Schornsteinen, Türmchen etc. ausgeschmückt wurden. Auch die Interieurs wurden im romantischen neogotischen Stil umgestaltet, in erster Linie mit kunstvollen Schnitzarbeiten. Insbesondere die Spindeltreppe in der Bibliothek, die Kassettendecke aus Lindenholz im Blauen Saal, das Lebensbaum-Relief aus Elfenbein und die Marmor-Kamine fesseln die Aufmerksamkeit jedes Betrachters. Außer der eigentlichen Schlossexposition kann auch das im Schloss untergebrachte Landwirtschaftsmuseum mit seinem Unikat - dem Kopf eines Mammuts - besichtigt werden.
Das Schloss von Valtice befindet sich an der Stelle der einstigen Burg des Bischofs von Passau, die, am Ende des 12. Jahrhundrts errichtet, im Jahre 1395 zusammen mit der Domäne Valtice in den Besitz des Adelsgeschlechts Liechtenstein gekommen war und in der Folge mehrmals umgebaut wurde. Im 16. Jahrhunderts wurden die Gebäude im Stil der Renaissance zu einem manieristischen Schloss umgestaltet. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Schloss von schwedischen Truppen so schwer beschädigt, dass ein neuerlicher Umbau sich als unumgänglich erwies. Im Ergebnis dessen enstand die bis heute erhalten gebliebene barocke Schlossresidenz. Die Umbauarbeiten, zu denen die führenden Architekten der damaligen Zeit, vor allem Johann Bernhard Fischer von Erlach, A. und J. K. Ern, Domenico Martinelli sowie etliche weitere, hinzugezogen wurden, dauerten bis zum Jahr 1730 an.
Im Laufe von mehreren Jahrunderten war den Fürsten Liechtenstein daran gelegen, die Landschaft um die beiden Schlösser zu einem harmonischen Landschaftskomplex zu gestalten. In diesem Zusammenhang wurde eine Allee angelegt, die die beiden Liechtensteinischen Residenzen zu einem einzigen Ganzen verbanden. Im Schlossareal von Lednice gab es neuerdings auch die prachtvollen Gebäude der frühbarocken Reitschule, und sogar ein im maurischen Stil gehaltenes Minarett (nach einem Entwurf des fürstlichen Architekten Josef Hardtmuth) und ein Treibhaus nach dem Muster des Londoner Wintergartens wurden errichtet! Das endgültige Aussehen des Areals Lednice-Valtice geht allerdings auf das 19. Jahrhundert und die Zeit des Romantismus zurück. Im Englischen Garten wurde eine ganze Reihe romantischer Kleinarchitekturen erbaut - zum Beispiel ein Tempel des Gottes Apollo, der im Empire gehaltene Drei-Grazien-Tempel und das sogenannte Grenzschloss an der ehemaligen mährisch-österreichischen Grenze. Das Areal Lednice-Valtice ist im Jahre 1996 in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen worden.


