Ayurveda und Nordic Waking. Weltweite Trends in tschechischen Kurorten
Kurorte werden heutzutage bei Weitem nicht nur von Senioren und Rekonvaleszenten aufgesucht. Beim Stichwort Gesunder Lebensstil werden alle hellhörig, daher passt man sich auch in den tschechischen Kurorten an neue Trends an. Vorteile gegenüber der starken europäischen Konkurrenz sind dabei nach wie vor Tradition und Nutzung natürlicher Heilquellen in Kombination mit einer hochwertigen medizinischen Betreuung.
„In Übersee und in den Ländern Westeuropas gelten Kurorte eher als Luxusprodukt mit den Schwerpunkten Wellness und Beauty. Tschechische Kurorte hingegen bieten medizinische Heilkuren und Wellness samt fachlicher medizinischer Betreuung in professionell eingerichteten Kureinrichtungen,“ erläutert der Direktor der Agentur CzechTourism Rostislav Vondruška die Vorteile des tschechischen Kurwesens gegenüber der Konkurrenz.
Auch die tschechischen Kurorte reagieren auf die steigende Nachfrage nach diversen Erholungs-, Rekonditions- oder Abmagerungsaufenthalten. Interessenten können exotische Thaimassagen, Ayurveda, Kryotherapie (Heilung durch Kälte), Nordic Walking u. v. m. ausprobieren. Auch die Dauer des Kuraufenthaltes ändert sich – neben den klassischen drei- bis vierwöchigen Heilaufenthalten gibt es nun auch Wochen- oder Wochenendprogramme.
In welche Richtung sich Kur und Wellness entwickeln könnten, deuten die Ergebnisse einer Untersuchung des Internationalen Kurorteverbandes „2008 Spa Industry Trend Watch“ an. Demzufolge fühlen sich auch Teenager und Firmenklientelen von Kurorten angesprochen, tragen Kurorte zur Entwicklung des Gastrotourismus bei, kommen hier moderne Technologien stärker zum Einsatz und wird zugleich mehr Wert auf Umweltschutz gelegt. Eduard Bláha, Präsident der Heilkurorte der Tschechischen Republik, sagt für Tschechien einen noch massiveren Boom von Erholungs- und Regenerationsprogrammen voraus als für Westeuropa. Zum Gastrotourismus gesellen sich ferner Kur und Golf sowie Kur und Ski. Einen Ansturm von Teenagern und Firmenklientelen müssen tschechische Kurorte jedoch in nächster Zukunft nicht fürchten. „Unternehmenswellness ist hierzulande eher ein Wunsch der Kurorte und Mitarbeiter als ein in Erwägung gezogenes Produkt einer HR-Strategie,“ so Bláha. Firmen sind seiner Meinung nach eher Vorsorgeprogrammen in Kurorten zugeneigt. Eine Sache jedoch hat Tschechien den anderen gegenüber voraus. „Für tschechische Kurorte stellt die Nutzung natürlicher Heilquellen nicht die Zukunft dar, sondern ist ihr tagtägliches Brot,“ schließt der Präsident der Heilkurorte seinen Kommentar.
Tschechische Kurorte verzeichnen nicht nur Erfolge bei der Übernahme internationaler Trends, sondern auch beim Anlocken von Gästen aus dem Ausland. Deren Zahl ist seit 1997 um mehr als das Dreifache gestiegen, heute machen Gäste aus dem Ausland 49 % der Kurklientel aus. Die meisten Kunden stammen aus Deutschland (59 %) und Russland (18 %). Eine bedeutende Gruppe bilden die arabischen Länder, in den letzten zwei Jahren auch die Klientel aus der Ukraine. Diese hat letztes Jahr sogar die Besucherzahlen aus den USA übertroffen. Warum entscheiden sich ausländische Touristen ausgerechnet für tschechische Kurorte? Die deutsche Klientel schätzt das gute Preis-Leistungs-Verhältnis. In Russland wird die Tschechische Republik als internationale „Kurkolonie“ wahrgenommen, ein Aufenthalt in einem tschechischen Kurort ist nach wie vor mit Prestige verbunden. Die Kundschaft aus den USA betrachtet tschechische Kurorte in erster Linie als historische Stätten mit einer interessanten Tradition und Architektur, wo man sich zudem erholen kann. Die arabische Klientel hingegen sucht Tschechien auf, um hier eine richtige Heilkur zu erhalten und reist zu mehrwöchigen bis monatlichen Aufenthalten an.
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Lenka
Šindelářová, Abt. Markt- und Trendforschung


